Diskussion zu: Nichtdrehung der Monde
Annette Schlemm 2. Februar 2004:
Zu "Nichtdrehung der Monde"
kann ich als Physikerin schlecht schweigen. Vor allem nicht zu dem Satz:
"Von der Physik hat man noch nicht einmal von dem Phänomen, geschweige
denn von einer Erklärung gehört ! "
Unter dem Stichwort "Synchronität" ist
das "Gesichtzuwenden" der Monde
in allen diesbezüglichen Literaturen inzwischen verzeichnet und auch oft
erklärt wie z.B. in http://www.wappswelt.de/tnp/nineplanets/luna.html:
" Die Anziehungskraft des Mondes ist auf der mondzugewandten Seite am
stärksten und auf der gegenüberliegenden etwas schwächer. [...]
Die asymmetrische Natur dieser
gravitativen Wechselwirkungen ist auch dafür
verantwortlich, daß der Mond die Erde synchron umkreist, das heißt
der
Mond ist in seiner Stellung zur Erde gefangen und zeigt immer mit der
selben Seite zu ihr. So, wie heutzutage die Erdrotation durch den
Mondeinfluß verlangsamt wird, wurde auch vor Urzeiten die Mondrotation
von der Erde gebremst, allerdings war in diesem Fall die Auswirkung
wesentlich stärker. Als sich die Mondrotation soweit verlangsamt hatte,
daß sie der Umlaufperiode entsprach (also so, daß die Ausbuchtung
des
Mondes immer zur Erde blickte), gab es kein weiteres exzentrisches
Drehmoment und es stellte sich eine Stabilität ein. Das gleiche
passierte mit den meisten anderen Satelliten im Sonnensystem.
Möglicherweise wird auch die Erdrotation noch gebremst werden, bis sie
mit der Mondperiode übereinstimmt, wie es auch bei Pluto und Charon der
Fall ist. "
Oder unter
http://www.apolloprojekt.de/mond/aufbau.php3:"
Die Synchron-Rotation
dieser beider Bewegungen beruht auf den Anziehungskräften zwischen Erde
und Mond sowie der ungleichmäßigen Masseverteilung auf dem Mond.
Die
Erde zieht die schwerere Halbkugel des Mondes mehr an, wodurch immer
diese Seite zu uns gewandt ist."
Grimsmann/Hansen 6.2.2004:
Also gut, unseren Satz müssen wir zurücknehmen.
Wir hätten besser schreiben
können:
"Wir wissen nicht, ob der Physik dies als allgemeines Phänomen bekannt
ist,
und wenn ja, wie es erklärt wird."
Zu der Erklärung haben wir aber auch noch einige Fragen, z.B:
Wie ist die Abbremsung ohne Reibung näher zu verstehen ?
Sollte nicht (im Sinne der Physik) ein Pendel ohne Reibung ewig pendeln ?
Oder eine Drehung vorrausgesetzt:
müsste sich nicht die Bremsung,
die während der einen Hälfte der Umdrehung (in der sich die Unwucht
von der Erde entfernt) auftritt
durch die Beschleunigung auf der Seite (während sich die Unwucht der Erde
nähert) ausgeglichen werden?
Annette Schlemm 17.2.04:
Wieso ohne Reibung ; Natürlich gibts und gabs auch Reibung.
Die Synchronisierung der Erd- und Mondbewegung geschieht bezüglich Erde und
Mond. Da die Wirkung der Erde auf den Mond größer ist, als anders herum, ging
es hier schneller, die Wirkung des Mondes auf die Erde ist schwächer und deshalb
"langsamer" und wir sehen sie heute noch: In Ebbe und Flut. Reibung geschieht
hier innerhalb der Wasserschichten und zwischen Wasser und Erde. Dadurch wird
Reibungsenergie verbraucht und da Energie in einem (relativ abgeschlossenen)
System erhalten bleibt, ist zu fragen, wo die Energie herkommt: aus der Rotationsenergie
der Erde: die Erde wird langsamer: Vor ca. 370 Millionen Jahren war ein Tag
nur 22 Stunden lang und vor 2 Milliarden Jahren brauchte die Erde nur fünfeinhalb
Stunden für eine Rotation. Wenn die Erde immer langsamer wird, geht Drehimpuls
verloren. Was passiert deshalb? Der Mond entfernt sich von der Erde. Das Spiel
wird so lange gehen, bis die Erde für eine Umdrehung so lange braucht wie der
Mond für eine Umdrehung. Es ist dann an der dem Mond nächsten Stelle immer Flut,
an den anderen Ebbe! Dasselbe hat ist nun für den Mond viel schneller abgelaufen.
Ebbe und Flut geschah nicht im Wasser, sondern die stoffliche Oberfläche konnte
sich genau so (natürlich nicht in dem Maße wie es Wasser könnte) bewegen (leicht
heben und senken) und Energie durch innere Reibung abgeben usw. usf.
> Sollte nicht (im Sinne der Physik) ein Pendel ohne Reibung ewig pendeln ?
< Die Physik ist sich aber sehr bewußt, das es kein "Pendel ohne Reibung"
gibt. Eigentlich alle "Objekte" der Physik sind idealisierte Objekte, wie das
ideale Gas usw. Beim freien Fall läßt sich die Idealisierung auch ganz gut realisieren,
z.B. im Fallturm von Bremen, in dem es keine Luft, sondern nur Vakuum gibt.
Dort verhalten sich fallende Objekte auch so, wie es die Physik voraussagt (eine
Feder ist genau so schnell wie ein Stein). Pendel ohne Reibung gehen schlechter
zu realisieren, weil im Realfall im Drehpunkt immer zwei Stoffe aufeinander
reiben müssen. > Oder eine Drehung vorrausgesetzt: müsste sich nicht die Bremsung,
die während der einen Hälfte der Umdrehung (in der sich die Unwucht von der
Erde entfernt) auftritt durch die Beschleunigung auf der Seite (während sich
die Unwucht der Erde nähert) ausgeglichen werden? < Wie oben beschrieben
brauchen wir gar nicht eine "Unwucht", bzw. die Unwucht entsteht eben selbst
dynamisch in der Bewegung. Vorstellungsmäßig müssen wir da immer beachten: was
ist das jeweilige Gesamtsystem, für das Energie- bzw. Drehimpulserhaltung gilt?
Aus diesen Erhaltungssätzen und ihren Folgerungen für das konkrete System läßt
sich dann alles erklären. Wenn wir das "System" zu klein machen, stimmt dann
immer irgend etwas nicht.
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