Anderes

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Das Andere ist die Bestimmung des Etwas durch Abgrenzung. Etwas ist nur bestimmt durch sein Anderes - nicht als äußerliche Hinzufügung, sondern als konstitutiv. Die Beziehung Etwas/Anderes ist vollkommen symmetrisch: Was für mich Etwas ist, ist für das Andere das Andere, und umgekehrt. Die Bestimmung ist relational, nicht absolut. Hegels Pointe: Etwas kann nicht isoliert gedacht werden - es ist immer schon in Beziehung zum Anderen. Diese wechselseitige Konstitution ist produktiver Zirkel, nicht Fehler. Beispiel: "Ich" bin nur durch Abgrenzung von "Du", "innen" nur durch "außen". Das Andere ist nicht bloß Negation, sondern die erste Form der Relation.

Herkunft: Griech. heteron (das Andere). Platon: to heteron als eines der megista gene (größten Geschlechter). Aristoteles: pros ti (Relation zum Anderen). Hegel radikalisiert: Das Andere ist nicht äußerlich, sondern gehört zur Bestimmung des Etwas selbst.

Bei Hegel: Enz. §92; WdL Bd. 1, Qualität

Siehe auch: Etwas, Bestimmung, Negation, Grenze, Relation, Dasein, Seinslogik

Kommentar zur Wissenschaft der Logik, Kapitel 1

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