Maßloses

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Das Maßlose ist nicht das Unmessbare, sondern "dies Hinausgehen eines Maßes durch seine quantitative Natur über seine Qualitätsbestimmtheit" (Enz. § 109). Überschritten wird ein bestimmtes Maß, nicht das Maß überhaupt: Weil das neue quantitative Verhältnis "ebensosehr qualitativ ist", ist "das Maßlose gleichfalls ein Maß" (ebd.). Mit der bestimmten Qualität wird nicht Qualität überhaupt negiert, sondern "nur diese bestimmte Qualität", deren Stelle "sofort wieder durch eine andere Qualität eingenommen wird" (§ 109 Zus.). Es gibt also keinen Zwischenzustand ohne Maß: Das Maßlose des einen Maßes ist ein anderes Maß. Wasser über dem Siedepunkt ist nicht maßlos schlechthin, sondern Dampf. Die Bewegung geht in beide Richtungen: Das Maßlose hebt sich im Maß auf, das Maß wieder im Maßlosen, und weil jedes neue Maß wieder ein Maß ist, kommt die Bewegung mit sich selbst zusammen --- Negation der Negation.

Bei Hegel: Enz. §§ 109-110. Im Kolleg: "Das Maaßlose ist das, wo das Maaß aufgehoben ist. es ist aber eben so quantitaet aber eine andere" (Nachschrift Libelt, Kolleg 1828: GW 23.2, S. 497).

Querverweise: Maß; Umschlag (Umschlagen); Knotenlinie (des Maßes); Modifikation

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