11323
Das Maßlose
?- 0 Hegels 'System der Wissenschaft'
- 1 Logik (Wissenschaft des Denkens)
- 2 Natur (Wissenschaft des Materiellen)
- 3 Geist (Wissenschaft des Menschlichen)
- 11 Sein (Unmittelbarkeit, Ontologie)
- 12 Wesen (Vermittlung, Reflexion, Metaphysik)
- 13 Begriff (Selbstvermittlung, klassische Logik, Epistemologie)
- 111 Bestimmtheit (Qualität)
- 112 Größe (Quantität)
- 113 Maß (qualitative Quantität)
- 1131 Spezifische Quantität
- 1132 Reales Maß
- 1133 Werden des Wesens
- 11321 Verhältnis selbständiger Maße
- 11322 Knotenlinie von Maßverhältnissen
- 11323 Das Maßlose
Maßloses
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Das Maßlose ist nicht das Unmessbare, sondern "dies Hinausgehen eines Maßes durch seine quantitative Natur über seine Qualitätsbestimmtheit" (Enz. § 109). Überschritten wird ein bestimmtes Maß, nicht das Maß überhaupt: Weil das neue quantitative Verhältnis "ebensosehr qualitativ ist", ist "das Maßlose gleichfalls ein Maß" (ebd.). Mit der bestimmten Qualität wird nicht Qualität überhaupt negiert, sondern "nur diese bestimmte Qualität", deren Stelle "sofort wieder durch eine andere Qualität eingenommen wird" (§ 109 Zus.). Es gibt also keinen Zwischenzustand ohne Maß: Das Maßlose des einen Maßes ist ein anderes Maß. Wasser über dem Siedepunkt ist nicht maßlos schlechthin, sondern Dampf. Die Bewegung geht in beide Richtungen: Das Maßlose hebt sich im Maß auf, das Maß wieder im Maßlosen, und weil jedes neue Maß wieder ein Maß ist, kommt die Bewegung mit sich selbst zusammen --- Negation der Negation.
Bei Hegel: Enz. §§ 109-110. Im Kolleg: "Das Maaßlose ist das, wo das Maaß aufgehoben ist. es ist aber eben so quantitaet aber eine andere" (Nachschrift Libelt, Kolleg 1828: GW 23.2, S. 497).
Querverweise: Maß; Umschlag (Umschlagen); Knotenlinie (des Maßes); Modifikation