Ding an sich
Allgemein-philosophisch
Kants Ausdruck für den Gegenstand, sofern von allem abgesehen wird, was er für ein Bewusstsein ist. Er soll die Grenze der Erkenntnis bezeichnen: Erscheinungen erkennen wir, das Ding an sich nicht. Hegels Einwand hat zwei Teile. Erstens ist das Ding an sich selbst ein Gedanke, und zwar ein sehr dürftiger: Was nach Abzug aller Bestimmungen übrig bleibt, ist "das völlige Abstraktum, das ganz Leere, bestimmt nur noch als Jenseits" (Enz. § 44 Anm.). Es hat keinen Inhalt außer der Verneinung unserer Bestimmungen, und diese Leere ist "selbst nur das Produkt des Denkens" (ebd.). Eine Schranke weiß man ohnehin nur, "indem man zugleich darüber hinaus ist" (§ 60 Anm.). Zweitens ist ein Inneres, das sich prinzipiell nicht äußert, nichts Bestimmtes: Denken Sie alle Eigenschaften von Gold weg, so bleibt nicht das wahre Gold, sondern nichts. Damit fällt die Annahme einer wahren Welt hinter der erscheinenden: "Das Wesen ist daher nicht hinter oder jenseits der Erscheinung, sondern dadurch, daß das Wesen es ist, welches existiert, ist die Existenz Erscheinung" (Enz. § 131). Von Kants Warnung bleibt, dass unsere Kategorien nicht einfach die Sache sind --- was Hegel nicht mit einer Grenze beantwortet, sondern mit der Arbeit an den Kategorien selbst. Einen Ort behält das Unerkannte auch bei ihm: Die Natur der Kraft sei "allerdings ein Unbekanntes", solange "die Notwendigkeit des Zusammenhangs ihres Inhalts [...] noch mangelt" (Enz. § 136 Anm.). Die Behauptung, das Ansich der Kräfte sei unerkennbar, enthalte "eine richtige Ahnung der Endlichkeit dieses Verhältnisses" (§ 136 Zus. 2), aber kein Jenseits.
Nicht gemeint
Nicht die Sache, wie sie wirklich ist, hinter dem, was wir von ihr wahrnehmen. Der Ausdruck bezeichnet den Gegenstand, sofern von allem abgesehen wird, was er für ein Bewusstsein ist --- und was dann bleibt, ist nach Hegel kein verborgener Reichtum, sondern ein leerer Gedanke.
Bei Hegel
Enz. §44 Anm. (Kritik); § 60 Anm.; § 136 Anm. und Zus. 2; § 131 (das Wesen ist nicht hinter der Erscheinung)
Querverweise
Erscheinung; Jenseits; Innerlichkeit / Äußerlichkeit (Inneres und Äußeres); Idealismus; Eigenschaft
Nicht gemeint
Nicht die Sache, wie sie wirklich ist, hinter dem, was wir von ihr wahrnehmen. Der Ausdruck bezeichnet den Gegenstand, sofern von allem abgesehen wird, was er für ein Bewusstsein ist --- und was dann bleibt, ist nach Hegel kein verborgener Reichtum, sondern ein leerer Gedanke.
In den ersten auflagen
1817 § 30
Im kommentar zu hegels logik
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Systematischer ort
122111 --- Wesen → Erscheinung → Existenz → Ding und Eigenschaften → Ding-an-sich und Existenz