Identität

Hegel (Wesenslogik, erste Reflexionsbestimmung)

Die Identität (A=A) ist die erste Reflexionsbestimmung — und zugleich die leerste. Die *abstrakte* Identität ist bloße Tautologie: "Das Sein ist das Sein." Das sagt nichts. Die *konkrete* Identität ist Identität mit sich *im Unterschied* — sie enthält die Negation in sich.

Herkunft

Principium identitatis seit Aristoteles Grundprinzip. Leibniz: Identität des Ununterscheidbaren. Hegel kritisiert abstrakte Identität (leere Tautologie) und fordert konkrete Identität (vermittelt durch Unterschied).

Bei Hegel

Enz. §115-116; WdL Bd. 2, Wesen

Die pointe (kap. 8.3)

Die Identität ist nicht der sichere Anfang, für den sie gehalten wird. Sie ist leer ohne Unterschied. Ein Ding ist "es selbst" nur, indem es sich von anderem unterscheidet. "Ich bin ich" ist nur wahr durch mein Anderssein (meine Geschichte, Beziehungen, Abgrenzungen).

Hegels formel

"Identität von Identität und Nicht-Identität" — die wahre Identität integriert den Unterschied, statt ihn auszuschließen.