Mathematik

Hegel (Kernbegriff)

Die Mathematik ist für Hegel die Wissenschaft der Quantität, und seine Kritik nennt sie nicht falsch, sondern einseitig: Sie erfasst, was sie erfasst, indem sie vom Was absieht. Die Lesart dieses Kommentars: Darin liegt ihre Reichweite --- dieselbe Gleichung beschreibt ein Pendel und einen Stromkreis --- und ihre Grenze: Zählen setzt voraus, dass entschieden ist, was als eins gilt. Versuchen Sie, die Dinge in Ihrem Zimmer zu zählen, ohne vorher zu bestimmen, ob jede Socke eines ist. Die Zählregel steht so nicht bei Hegel; sie wendet seinen Gedanken an, dass die Qualität "die der Natur nach erste" ist (TWA 5, 80; Kap. 2.1). Daraus folgt eine methodische Warnung: Die mathematische Beweisform taugt nicht für die Philosophie --- Spinoza, Wolff und andere hätten sich verführen lassen, den äußerlichen Gang der begrifflosen Quantität zum Gang des Begriffs zu machen (TWA 5, 49). Weiterführung: Heute trifft die Kritik die Erwartung, Datenmenge ersetze Verstehen.

Nicht gemeint

Nicht gemeint ist, Hegel verachte die Mathematik oder zweifle an ihren Ergebnissen: Er bestreitet nur, dass ihre Beweisform die Form der Philosophie sein könne.

Bei Hegel

Enz. §99 Anm.; zur mathematischen Methode in der Philosophie TWA 5, 49.

Querverweise

Quantität; Quantum; Verstand und Vernunft

Nicht gemeint

Nicht gemeint ist, Hegel verachte die Mathematik oder zweifle an ihren Ergebnissen: Er bestreitet nur, dass ihre Beweisform die Form der Philosophie sein könne.

In den ersten auflagen

1817 §§ 51-52

Im kommentar zu hegels logik

[[kleine-logik:2.1]], [[kleine-logik:2.8a]], [[kleine-logik:11.8]]

Systematischer ort

1121 --- Sein → Größe → Reine Quantität