Ordnungsweisen (des systematischen Denkens)

Unsere Methodik

Die fünf Weisen, auf die sich ein Gegenstand ordnen lässt, wie das Denkenbuch sie entwickelt. Jede stellt eine eigene Frage, und keine ersetzt die anderen. Die erste fragt, wie ein Begriff sich aus sich selbst bestimmt --- in Allgemeines, Besonderes und Einzelnes ([[systematisches-denken:7]]). Die zweite fragt, was für Arten es gibt: die Klassifikation ([[systematisches-denken:8]]). Die dritte fragt, woraus etwas besteht: die Gliederung in Teile, im Denkenbuch auch die kompositionelle Ordnung genannt ([[systematisches-denken:9]]). Die vierte fragt, womit etwas zusammenhängt: die Beziehung oder relationale Ordnung ([[systematisches-denken:10]]). Die fünfte fragt, was sich bewegt und wonach: die Ordnung nach dem Prozess ([[systematisches-denken:11]]). Die erste hat einen Sonderstatus. Sie fragt nicht, wie man mit einem Begriff ordnet, sondern wie er sich selbst gliedert, und kehrt deshalb in den vier anderen wieder. Die vier anderen stehen nebeneinander, aber nicht unverbunden: Bei manchen Gegenständen fallen zwei zusammen, die Arten sind dann zugleich die Stadien --- so bei Hegels drei Kunstformen, die eine Typologie und zugleich eine Abfolge sind. Wo das geschieht, ist es kein Mangel der Ordnung, sondern eine Auskunft über die Sache: Sie entwickelt sich aus sich heraus. Die Ordnungsweisen werden nicht der Reihe nach abgearbeitet. Welche gefragt ist, zeigt sich daran, was fehlt: Orientierungslosigkeit verlangt die Frage nach der Art, Überforderung die Zerlegung, der Eindruck, etwas hänge in der Luft, die Beziehungen, und eine Beschreibung, die stimmt und trotzdem nicht trifft, meist den Verlauf ([[systematisches-denken:12]]). Welche von zwei Gliederungen desselben Gegenstands besser ist, entscheidet sich in drei Stufen: ob sie mehr erfasst, ob sie dabei behält, worauf es ankommt, und ob sie ihr eigenes Ordnungsprinzip miterklärt. Die Grenze ist die jeder Ordnungsform: Sie sagt, welche Art von Frage zu beantworten ist, nicht, welche Antwort trifft. Welche Einteilung eine Sache wirklich gliedert und welcher Zusammenhang wirklich trägt, ist ein Befund und kein Ergebnis der Form.

Nicht gemeint

Kein vollständiges oder abgeschlossenes System. Das Denkenbuch sagt ausdrücklich, dass es weitere Ordnungsweisen geben kann; diese fünf sind die, die am weitesten tragen. Frühere Fassungen des Denkenbuchs und dieses Glossars sprachen von drei Dimensionen (Klassifikation, Gliederung, Beziehung); die Zählung ist überholt.

Bei Hegel

Kein Ausdruck Hegels; die fünf Fragen haben aber jede ihren logischen Ort. Die Selbstbestimmung des Begriffs in Allgemeinheit, Besonderheit und Einzelheit (Enz. §163), die Einteilung im synthetischen Erkennen (Enz. §230), das Verhältnis des Ganzen und der Teile (Enz. §135), die Wechselwirkung (Enz. §156) und die Methode mit Anfang, Fortgang und Ende (Enz. §§ 238-242).

Querverweise

Klassifikation; Gliederung; Beziehung (als Ordnungsweise); Allgemeines · Besonderes · Einzelnes (A-B-E-Struktur); Einteilung; Denkenbuch; Methode

Nicht gemeint

Kein vollständiges oder abgeschlossenes System. Das Denkenbuch sagt ausdrücklich, dass es weitere Ordnungsweisen geben kann; diese fünf sind die, die am weitesten tragen. Frühere Fassungen des Denkenbuchs und dieses Glossars sprachen von drei Dimensionen (Klassifikation, Gliederung, Beziehung); die Zählung ist überholt.

In den ersten auflagen

1817 §§ 83-84, 104-105, 111-112, 176-177, 185-189

Im kommentar zu hegels logik

[[kleine-logik:2.1]], [[kleine-logik:5.5]], [[kleine-logik:9.4]], [[kleine-logik:11.9]]