Phänomen

Allgemein-philosophisch

Phänomen (griechisch *phainomenon*, das Erscheinende) steht bei Hegel für dasselbe wie Erscheinung und ist nicht das Gegenteil des Wesens. Das Wesen ist nicht hinter der Erscheinung, sondern heraus: Was erscheint, ist das Wesen --- wie das Lächeln nicht hinter der Freude verborgen ist, sondern die Freude ist, die sich zeigt. Daraus folgt eine Faustregel gegen Verschwörungsdenken wie gegen Resignation: Misstrauen Sie Theorien, nach denen die wahre Wirklichkeit sich grundsätzlich nicht zeigt. Wer ein Wesen annimmt, das nie erscheint, hat gar keines. Davon zu unterscheiden ist Kants Gebrauch, bei dem das Phänomen dem Ding an sich gegenübersteht.

Nicht gemeint

Nicht das Phänomen im Alltagssinn des Auffälligen oder Merkwürdigen und nicht Kants Gegenbegriff zum Ding an sich. Bei Hegel steht das Wort für dasselbe wie Erscheinung: für das Wesen, sofern es sich zeigt.

Bei Hegel

Enz. §§ 131-141. Im Kolleg: "Das Wesen ist selbst in seinem Scheine, es ist heraus, es ist nicht hinter der Erscheinung. Das, was erscheint, ist das Wesen" (Nachschrift Libelt, Kolleg 1828: GW 23.2, S. 507).

Querverweise

Erscheinung; Schein; Wesen

Nicht gemeint

Nicht das Phänomen im Alltagssinn des Auffälligen oder Merkwürdigen und nicht Kants Gegenbegriff zum Ding an sich. Bei Hegel steht das Wort für dasselbe wie Erscheinung: für das Wesen, sofern es sich zeigt.

Im kommentar zu hegels logik

[[kleine-logik:6.1]]