Reflexionsurteil
Hegel (Kernbegriff)
Die zweite Urteilsklasse: Das Prädikat nennt ein Verhältnis zu anderem, und das Subjekt wird dem Umfang nach bestimmt. Gegenüber dem Daseinsurteil ändert sich damit zweierlei. Das Prädikat nennt keine sinnliche Qualität mehr, sondern eine Bestimmung, die die Sache nur im Verhältnis zu anderem hat --- nützlich, schädlich, leitfähig. Und das Subjekt wird dem Umfang nach bestimmt: dieses, einige, alle. Was es leistet: Es sagt, für wieviele eine Bestimmung gilt. Seine Grenze ist die Verwechslung von Allheit mit Allgemeinheit: Auch wenn alle bisher beobachteten Schwäne weiß waren, gehört Weißsein darum nicht zum Schwan. Hegel notiert, wo der Schritt darüber hinaus im gewöhnlichen Bewusstsein längst getan wird: "Was allen zukommt, das kommt der Gattung zu" (Enz. § 176 Zus.). Damit ist man beim Notwendigkeitsurteil. Die Lesart dieses Kommentars: "Gut für" ist ein Reflexionsprädikat, "gut" ein Begriffsprädikat. Sie stützt sich darauf, dass Hegel Prädikate wie "dies Ding ist nützlich, schädlich" (TWA 6, 326) ausdrücklich hierher stellt. Wer einen Menschen danach beurteilt, wozu er anderen taugt, urteilt über ihn eine Stufe unter dem Begriffsurteil.
Nicht gemeint
Nicht ein Urteil, das dem Nachdenken entstammt oder besonders wohlüberlegt wäre. "Reflexion" bezeichnet hier die Form des Prädikats, das die Sache auf anderes bezieht --- nützlich, schädlich, leitfähig ---, nicht eine Leistung dessen, der urteilt.
Bei Hegel
Enz. §§ 174-176; WdL: TWA 6, 326
Querverweise
Urteil; Daseinsurteil; Notwendigkeitsurteil; Allheit; Induktion (Schluss der)
Nicht gemeint
Nicht ein Urteil, das dem Nachdenken entstammt oder besonders wohlüberlegt wäre. "Reflexion" bezeichnet hier die Form des Prädikats, das die Sache auf anderes bezieht --- nützlich, schädlich, leitfähig ---, nicht eine Leistung dessen, der urteilt.
In den ersten auflagen
1817 §§ 121-124
Im kommentar zu hegels logik
[[kleine-logik:10.2]], [[kleine-logik:10.8]], [[kleine-logik:12.4]]
Systematischer ort
13122 --- Begriff → Subjektivität → Urteil → Urteil der Reflexion