Scheinen
Hegel (Wesenslogik)
Scheinen ist keine Täuschung, sondern eine spezifische Form der Beziehung: das Wesen scheint in seinen Bestimmungen, es zeigt sich in ihnen, ohne in ihnen aufzugehen. Anders als beim Übergehen (Seinslogik), wo A verschwindet und B wird, bleiben beim Scheinen beide Seiten bestehen: Das Wesen bleibt, der Schein bleibt - aber sie existieren nur in dieser wechselseitigen Beziehung. Scheinen ist die Bewegung des Sich-Zeigens, nicht statisches Erscheinen.
Herkunft
Vom deutschen "scheinen" (leuchten, sichtbar werden). Bei Kant war der Schein noch das Falsche (transzendentaler Schein). Hegel rehabilitiert: Der Schein ist nicht falsch, sondern die notwendige Weise, wie sich das Wesen zeigt. Ohne Schein kein Wesen, ohne Wesen kein Schein.
Bei Hegel
Enz. §112-114; WdL Bd. 2, Wesen
Im System
Im Logik-Kommentar
Querverweise
Schein · Wesen · Erscheinung · Reflexion · Übergehen