Sinnlichkeit

Hegel (Kernbegriff)

Die Sphäre der unmittelbaren Anschauung und Empfindung. In der Logik hat sie keinen Ort, und das ist eine Festlegung und kein Versäumnis: Die Logik entwickelt Denkbestimmungen, nicht Wahrnehmungen. Wichtig ist das wegen einer wiederkehrenden Verwechslung: Die "sinnliche Gewissheit" ist die erste Gestalt der *Phänomenologie des Geistes*, nicht der Anfang der Logik --- die Logik beginnt beim gedanklich Ärmsten, nicht beim sinnlich Nächsten. Was sich an der Sinnlichkeit dennoch zeigt, hat Karl Rosenkranz festgehalten: "Das Wort gelb sieht nicht gelb aus" (System der Wissenschaft, Königsberg 1850, § 18). Eine Qualität lässt sich, einzeln genommen, nicht sagen, sondern nur zeigen; sagbar wird sie im Zusammenhang mit anderen Qualitäten. Hegel wertet das Unsagbare nicht auf: "das Unsagbare, Gefühl, Empfindung, ist nicht das Vortrefflichste, Wahrste, sondern das Unbedeutendste, Unwahrste" (Enz. § 20 Anm.).

Nicht gemeint

Nicht Sinnlichkeit im Sinne von Genussfähigkeit oder Erotik. Gemeint ist die Sphäre der unmittelbaren Anschauung, die in der Logik gerade keinen Ort hat, weil diese Denkbestimmungen entwickelt und keine Wahrnehmungen.

Bei Hegel

Enz. §20 Anm. (das Unsagbare); Enz. Bd. 3, §§ 418 (das unmittelbare Bewusstsein), 446 ff. (Anschauung); *Phänomenologie des Geistes*, Kap. I.

Querverweise

Wahrnehmung; Unmittelbar / Vermittelt; Vorstellung; Gewissheit

Nicht gemeint

Nicht Sinnlichkeit im Sinne von Genussfähigkeit oder Erotik. Gemeint ist die Sphäre der unmittelbaren Anschauung, die in der Logik gerade keinen Ort hat, weil diese Denkbestimmungen entwickelt und keine Wahrnehmungen.

Im kommentar zu hegels logik

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