Sollen und Beschaffenheit
Hegel (Kernbegriff)
Das Begriffspaar, in dem das Begriffsurteil gebaut ist: Jede Sache, über die sich urteilen lässt, ist in sich geteilt in das, was sie ihrem Begriff nach sein soll, und in die Beschaffenheit, die sie hat. Woran Sie die Stufen erkennen: "Dieses Haus ist gut" ist bloße Versicherung; "je nachdem es beschaffen ist" nennt die Bedingung; erst "gut, weil es so und so beschaffen ist" trägt den Grund bei sich. Die Lesart dieses Kommentars: Ein Werturteil braucht deshalb drei Stücke --- den Begriff der Sache, ihre Beschaffenheit und den Grund, der beide verbindet. Ob ein bestimmtes Werturteil gilt, zeigt die Form nicht; welche Beschaffenheit eine Sache hat, ist ein Befund.
Nicht gemeint
Nicht die Kluft zwischen Sein und Sollen, als lägen Tatsache und Maßstab in verschiedenen Welten. Hegel findet beide an derselben Sache: Das Sollen ist ihr allgemeiner Begriff, und an ihrer Beschaffenheit entscheidet sich, ob sie ihm entspricht --- "das absolute Urteil über alle Wirklichkeit" (TWA 6, 349).
Bei Hegel
"Somit ist das Subjekt selbst in seine Allgemeinheit oder objektive Natur, sein Sollen, und in die besondere Beschaffenheit des Daseins unterschieden. Hiermit enthält es den Grund, ob es so ist, wie es sein soll" (TWA 6, 347). Vgl. Enz. §§ 178-179.
Querverweise
Begriffsurteil; Sollen; Beschaffenheit; Angemessenheit; Ur-Teilung
Nicht gemeint
Nicht die Kluft zwischen Sein und Sollen, als lägen Tatsache und Maßstab in verschiedenen Welten. Hegel findet beide an derselben Sache: Das Sollen ist ihr allgemeiner Begriff, und an ihrer Beschaffenheit entscheidet sich, ob sie ihm entspricht --- "das absolute Urteil über alle Wirklichkeit" (TWA 6, 349).
In den ersten auflagen
1817 §§ 125-127
Im kommentar zu hegels logik
[[kleine-logik:10.8]]
Systematischer ort
13123 --- Begriff → Subjektivität → Urteil → Urteil des Begriffs