Trieb

Hegel (Begriffslogik, Idee des Lebens)

Der Trieb ist die innere, aktive Bewegung des Lebendigen, die aus dem **Bedürfnis** (dem als Mangel gefühlten "Für-sich-Sein") entspringt und auf dessen Befriedigung (Assimilation) drängt (Kap. 19.2). Er ist der Motor des zweiten Lebensprozesses, der **Selbsterhaltung** (Kap. 19.4.2). Der Trieb ist ein Widerspruch: Das Lebendige ist unvollständig (Mangel) und strebt aktiv zur Vollständigkeit (Befriedigung). Hegel nennt ihn "natürliche Teleologie", da er zweckgerichtet (auf Selbsterhaltung), aber noch nicht bewusst ist. Das Erkennen (Kap. 21) entspringt ebenfalls einem Trieb (Wissbegierde), der die Unmittelbarkeit des Lebens aufhebt (Kap. 19.8).

Herkunft

Lat. *appetitus, impetus* (Drang). Spinoza: *conatus* (Selbsterhaltungsstreben). Schopenhauer: Wille als Trieb. Freud: Triebtheorie. Hegel: Trieb als Moment der Lebensidee und der Erkenntnis - Selbstbewegung des Begriffs.

Bei Hegel

Enz. §218 (Leben), §427 (Geist)