Übergang

Hegel (durchgängig, methodischer Kernbegriff)

Der Übergang ist eine der grundlegenden Bewegungsformen der hegelschen Logik. Er bezeichnet den Prozess, durch den eine Kategorie oder Bestimmung notwendig in eine andere übergeht, weil sie an ihre innere Grenze stößt. Der Übergang ist nicht äußerlich hinzugefügt, sondern entspringt der immanenten Entwicklung der Sache selbst. In der Seinslogik ist der Übergang die charakteristische Bewegungsform: Eine Bestimmung verschwindet und wird durch eine andere abgelöst (z.B. Sein Nichts Werden). Im Unterschied zum Scheinen der Wesenslogik (wo Bestimmungen einander wechselseitig konstituieren) und zur Entwicklung der Begriffslogik (wo der Begriff sich selbst expliziert) ist der Übergang durch das Verschwinden des Ausgangspunkts gekennzeichnet. Der Übergang ist dabei keine zeitliche Abfolge, sondern eine logische Notwendigkeit: Was eine Kategorie an sich ist, zeigt sich, indem sie in ihr Anderes übergeht.

Herkunft

Der Begriff des Übergangs wurde von Hegel systematisch für die Philosophie fruchtbar gemacht, obwohl er auf griechisch "μετάβασις" (metabasis) zurückgeht. Bei Aristoteles bezeichnet "metabasis eis allo genos" den fehlerhaften Übergang von einer Gattung in eine andere. Hegel radikalisiert dies: Der Übergang ist nicht Fehler, sondern Wahrheit der Sache. Gegen Kants Trennung von Kategorien (die statisch bleiben) zeigt Hegel, dass Kategorien notwendig ineinander übergehen. Bei Fichte und Schelling wird der Übergang noch als äußere Konstruktion des Philosophen vollzogen; bei Hegel wird er zur immanenten Selbstbewegung des Gedankens. Der Übergang ist Ausdruck des Werdens - nicht ein Sein, das wird, sondern das Werden selbst als Wahrheit von Sein und Nichts.

Bei Hegel

Enz. §88 (Sein/Nichts); (Methode)