Kommentar zum subjektiven Geist, Kapitel 17

Und warum die Phänomenologie propädeutisch ist

Daraus folgt etwas für das Verhältnis zur Logik. Was das Bewusstsein durchläuft — sinnliche Gewissheit, Wahrnehmung, Verstand, die Verselbständigung im Selbstbewusstsein —, tut es, bevor es philosophiert. Es sind die Weisen, in denen man zu den Dingen steht, ehe man fragt, was Denken ist.

Für das Buch von 1807 ist das der eigentliche Zweck. Es zeigt dem Leser, dass die Perspektiven, mit denen er an ein philosophisches Werk herangeht — auch an dieses —, selbst zur Disposition stehen. Wer meint, mit der sinnlichen Gewissheit das Sicherste zu haben, erfährt im Vollzug, dass sie das Ärmste ist.

Die Enzyklopädie-Fassung muss das nicht leisten; sie steht innerhalb des Systems und setzt die Logik voraus. Deshalb ist sie kürzer — und deshalb ist sie kein Ersatz für das Buch, sondern seine systematische Stelle. [KF]

Was hier nicht steht: der ganze Gang des Buchs von 1807. Die Enzyklopädie-Fassung ist kürzer und anders angelegt; wer beides gleichsetzt, verwechselt zwei Texte.