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[Jenseits Hegels]
?- 0 Hegels 'System der Wissenschaft'
- 1 Logik (Wissenschaft des Denkens)
- 2 Natur (Wissenschaft des Materiellen)
- 3 Geist (Wissenschaft des Menschlichen)
- 31 Subjektiver Geist (Wissenschaft des Inner-Menschlichen)
- 32 Objektiver Geist (Wissenschaft des Zwischen-Menschlichen)
- 33 Absoluter Geist (Wissen des Göttlichen)
- 331 Kunst (Anschauen der Wahrheit, Ästhetik)
- 332 Religion (Vorstellen der Wahrheit, Theologie)
- 333 Philosophie (Begreifen der Wahrheit)
- 3331 Philosophie der Antike (Wissen der Idee)
- 3332 Philosophie des Mittelalters
- 3333 Philosophie der Neuzeit (Sichwissen der Idee)
- 33331 Einigungsansätze von Denken und Sein
- 33332 Verstandesphilosophie der Neuzeit
- 33333 [Die moderne Philosophie]
- 333331 [Das Ich als Grund]
- 333332 [Das Absolute als Grund]
- 333333 [Jenseits Hegels]
- 3333331 [Das Gegebene]
- 3333332 [Der Verdacht]
- 3333333 [Die Rückkehr zum Grund]
Jenseits Hegels
Unsere Ordnung, nicht Hegels. Er hat die Geschichte der Philosophie bis zu sich selbst gegliedert; was danach kam, mußte gegliedert werden. Die eckigen Klammern halten fest, wo wir ergänzen.
Die Schwierigkeit ist nicht, daß es viel wäre. Sie ist, daß fast alles, was nach Hegel kam, sich gegen ihn bestimmt hat. Eine Ordnung nach Schulen und Jahrzehnten würde das verdecken; sie ergäbe eine Reihe von Namen und keine Bewegung.
Wir ordnen deshalb nach dem, was jeweils an die Stelle des Begriffs gesetzt wird. Drei Antworten sind möglich, und alle drei sind gegeben worden.
Die drei Wege
Das Gegebene. Der Begriff hat sich als unzuverlässig erwiesen; also nimmt man, was sich zeigt, und läßt das Denken hinterherkommen. Comte, Darwin, der Wiener Kreis.
Der Verdacht. Der Begriff wird nicht widerlegt, sondern entlarvt: er ist die Maske von etwas anderem — von Verhältnissen, von Werten, von unbewußten Strukturen. Marx, Nietzsche, Freud.
Die Rückkehr zum Grund. Wenn der Begriff weder aus sich gilt noch bloß Maske ist, muß gefragt werden, was ihn trägt. Husserl, Gadamer, und schließlich Hegel selbst wieder.
Warum nicht nach der Zeit
Die drei Äste laufen zeitlich nebeneinander, nicht nacheinander. Der britische Idealismus ist so alt wie der Positivismus, gegen den er sich wendet; die Verwirklichung der Postmoderne fällt in dieselben Jahre wie der analytische Hegelianismus. Wer chronologisch ordnete, müßte jeden Ast dreimal unterbrechen.
Der Preis dieser Entscheidung ist, daß ein Jahrhundert an drei Stellen zugleich steht. Der Gewinn ist, daß man sieht, woran jeder Weg scheitert — und daß es an jeder Stelle dieselbe Grenze ist: Wer den Begriff verabschiedet, braucht ihn, um die Verabschiedung zu begründen.
Wo Hegel steht
Hegel selbst steht nicht hier, sondern eine Stufe darüber, am Ende des Absoluten als Denken. Das ist Absicht: was hier folgt, ist nicht sein Nachlaß, sondern was gegen ihn und ohne ihn unternommen wurde. Seine Schule steht noch bei ihm, weil sie sich noch auf ihn beruft. Mit Feuerbach hört das auf.