Alternative Systematisierungen der Wesenslogik

Exkurs (für Leser mit Vorkenntnissen): Hegels Weg ist nicht der einzige denkbare. Drei Alternativen: (1) Epistemologisch (von Kant her): Beginne mit Erscheinung/Ding-an-sich, Verstandeskategorien, synthetischer Apperzeption. Hegels Einwand: Die Trennung von Erscheinung und Ding an sich wird aufgehoben; Kategorien werden entwickelt, nicht vorausgesetzt. (2) Phänomenologisch (von Husserl her): Beginne mit natürlicher Einstellung, phänomenologischer Reduktion, Konstitution. Hegels Einwand: Die Wesenslogik ist vorsubjektiv — sie zeigt, wie Vermittlung überhaupt funktioniert, nicht wie Bewusstsein Objekte konstituiert. (3) Strukturalistisch (von Lévi-Strauss her): Beginne mit binären Oppositionen und Transformationsregeln. Hegels Einwand: Strukturen sind nicht statisch, sondern dynamisch — die Wesenslogik zeigt die Selbstbewegung der Strukturen. Hegels Weg ist vielleicht der konsequenteste, weil er die Vermittlungsstrukturen aus sich selbst heraus entwickelt.