Annette Schlemm, geboren 1961 in Burgstädt, ist Physikerin und promovierte Philosophin. Sie lebt in Jena und schreibt seit über zwanzig Jahren im Virtuellen Philosophenstübchen.

Ihr Weg zu Hegel führte über die Naturwissenschaft. Nach einem Diplom in Kosmologie beschäftigte sie die Frage, was in der wissenschaftlichen Erkenntnis eigentlich das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheidet — eine Frage, die in der analytischen Tradition als metaphysisch gilt und deshalb selten beantwortet wird. Ein Philosoph verwies sie an das Ende des ersten Bandes der Wissenschaft der Logik. Sie hat später beschrieben, wie dieser erste Leseversuch scheiterte und warum sie den Fehler nicht bei Hegel suchte: für philosophische Texte brauche es dieselbe aufbauende Bildung wie für höhere Mathematik, nur täusche die vertraute Grammatik darüber hinweg.

Was sie an Hegel festhielt, war die Frage nach dem Verhältnis von Teil und Ganzem. Die Selbstorganisationstheorien, von denen sie herkam, denken das Ganze getrennt von seinen Teilen — für die Natur oft brauchbar, für die Gesellschaft nicht. Hegels Kategorie der Totalität bezeichnet dagegen eine Einheit, die von ihren Momenten nie getrennt gedacht werden kann. Aus dieser Unterscheidung wurde ihre Dissertation, in der sie fragt, was Naturgesetze mit der Wirklichkeit zu tun haben, und die Antwort in Hegels Trennung von Realität und Wirklichkeit sucht: ein Gesetz sagt nicht, wie es ist und bleiben wird, sondern was unter welchen Bedingungen möglich ist.

Daneben arbeitet sie zu Energiepolitik, Technikphilosophie und Gesellschaftstheorie, oft im Umkreis der Ernst-Bloch-Assoziation.

Beiträge auf hegel.net

Beiträge auf hegel.net — Annette Schlemm
NrBegriff Titel Jahr
1 Logik (Wissenschaft des Denkens) Sein-Wesen-Begriff
1 Logik (Wissenschaft des Denkens) صاحب الجوهر - المفهوم
12 Wesen (Vermittlung, Reflexion, Metaphysik) Wesenslogik
21322 Mondbahnen Diskussion zur Mondbewegung