Wechselwirkung

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Die Wechselwirkung ist die vollendete Vermittlung: A und B konstituieren sich gegenseitig (A⇄B). Jedes ist zugleich Ursache und Wirkung. Beispiele: Subjekt und Objekt in der Erkenntnis (Subjekt strukturiert Objekt, Objekt widersetzt sich Subjekt), Lehrer und Schüler (beide lernen voneinander), Individuum und Gesellschaft (Sozialisation ⇄ Innovation). Die Wechselwirkung ist die Wahrheit der Kausalität: Nicht einseitige Determination, sondern gegenseitige Konstitution. Sie führt zur Freiheit: Wenn ich mich durch mein Anderes bestimme und dieses Andere ist mein eigenes Produkt, bin ich bei mir selbst - frei.

Herkunft: Kant: Wechselwirkung als dritte Relationskategorie (neben Substanz/Akzidenz und Kausalität). Fichte: Wechselbestimmung von Ich und Nicht-Ich. Hegel vollendet: Wechselwirkung als Selbstbewegung der Sache selbst, nicht mehr äußere Reflexion.

Bei Hegel: Enz. §155-157; WdL Bd. 2, Wirklichkeit

Siehe auch: Kausalität, Substanz, Verhältnis, Freiheit, Begriff, Wesenslogik, Notwendigkeit

Kommentar zur Wissenschaft der Logik, Kapitel 7

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