Werkstattbericht: das pflanzliche Leben

Ein Versuch. Diese fünf Bereiche sind der Ort, an dem wir erproben, ob sich eine Ordnung der Natur finden läßt, die zugleich der Sache gerecht wird und sich merken läßt. Die heutigen Systematiken ordnen weitgehend nach Abstammung — das ist genau und oft unanschaulich: wer die Verwandtschaft kennt, weiß damit noch nicht, was die Sache ist, und die Einteilungen prägen sich schlecht ein. Wir versuchen deshalb eine Ordnung nach dem Bau und dem Verhalten, die das Wesentliche zusammenfaßt, mit den Erscheinungen übereinstimmt und deren Übergänge nachvollziehbar sind. Ob das gelingt, ist offen — deshalb steht hier ein Bericht und keine Lehre.

Hegels Gliederung der Pflanze folgt drei Verhältnissen: zu sich (Gestalt und Wachstum), zur Umwelt (Licht, Luft, Wasser), zur Gattung (Befruchtung). Das ist keine Taxonomie, sondern eine Ordnung nach dem, was die Pflanze tut.

Die besonderen Pflanzenarten haben wir darunter eingeordnet — und dabei zwischen zwei Möglichkeiten gewählt. Man kann nach Verwandtschaft ordnen, wie die heutige Systematik es tut; dann steht Nächstes beieinander, aber die Ordnung sagt nichts über die Sache. Oder nach dem Bau, wie Hegel; dann sagt sie etwas, trifft aber die Abstammung oft nicht.

Wir haben eine Mischung gewählt: der Bauplan gliedert, die Verwandtschaft korrigiert, wo sie eindeutig ist. Das Ergebnis stimmt an vielen Stellen mit der Systematik überein und an einigen nicht. Wo es abweicht, ist das Absicht und kein Versehen — aber es bleibt eine Entscheidung, die man anders treffen könnte.