Werkstattbericht: das tierische Leben

Ein Versuch. Diese fünf Bereiche sind der Ort, an dem wir erproben, ob sich eine Ordnung der Natur finden läßt, die zugleich der Sache gerecht wird und sich merken läßt. Die heutigen Systematiken ordnen weitgehend nach Abstammung — das ist genau und oft unanschaulich: wer die Verwandtschaft kennt, weiß damit noch nicht, was die Sache ist, und die Einteilungen prägen sich schlecht ein. Wir versuchen deshalb eine Ordnung nach dem Bau und dem Verhalten, die das Wesentliche zusammenfaßt, mit den Erscheinungen übereinstimmt und deren Übergänge nachvollziehbar sind. Ob das gelingt, ist offen — deshalb steht hier ein Bericht und keine Lehre.

Der Bau folgt Hegel: Gestaltung, Aneignung der Außenwelt, Gattungsprozeß — was das Tier für sich ist, was es mit der Welt macht, was über es hinausweist. Unter dem Gattungsprozeß stehen die besonderen Tierarten.

Dort gliedern wir nach dem Bauplan: gliederlose Tiere, Gliedertiere, Wirbeltiere. Das entspricht Hegels Zugang und in den Grundzügen auch der heutigen Systematik — die Gliederfüßer sind eine Gruppe, die Wirbeltiere auch. In den Einzelheiten fällt es auseinander: die Würmer sind kein Verwandtschaftsverband, sondern ein Bauplan, den mehrere Linien unabhängig hervorgebracht haben.

Am weitesten von der Abstammungslehre entfernt sich die Dreiteilung selbst. Die Natur teilt nicht in Dreien, und wo wir es dennoch tun, ist es eine Darstellungsform, keine Behauptung über die Sache. Bei den Säugetieren fällt das am meisten auf: eine Ordnung nach Dreiheiten zwingt Zusammenfassungen, die die Genetik nicht hergibt.

Wir halten daran fest, weil die Ordnung sichtbar macht, wonach sie ordnet — anders als eine Liste, die ihre Kriterien verschweigt. Aber wer die Verwandtschaft sucht, findet sie über die Wikipedia-Verweise besser als hier.