„Die Sache selbst" --- Das Wahrheitsprinzip der Wesenslogik

Zwischen Erscheinung (Kap. 6) und Wirklichkeit (Kap. 7) steht ein Übergang, den Hegel „die Sache selbst" nennt. Vollziehen Sie das: In einem Streit sagt jemand: „Kommen wir zur Sache." Was meint er? Nicht eine bestimmte Perspektive, sondern das, worüber alle Perspektiven reden — den gemeinsamen Bezugspunkt. „Die Sache selbst" ist das, was sich durch alle subjektiven Darstellungen hindurch als das zeigt, worum es eigentlich geht. Sie ist weder das Innere (die verborgene Essenz) noch das Äußere (die Oberfläche), sondern die Einheit beider: das, was sich in der Sache zeigt, und die Sache, die sich zeigt. Das ist das Wahrheitsprinzip der Wesenslogik: Wahrheit ist nicht etwas Verborgenes, das wir suchen müssen, sondern das, was sich im redlichen Umgang mit den Phänomenen von selbst ergibt.