Äußere und innere Zweckmäßigkeit

Äußere Zweckmäßigkeit: Der Zweck kommt von außen — ein Werkzeug dient einem Nutzer. Hegels scharfe Kritik am „Nützlichkeitsdenken": Alles nur als Mittel zu betrachten verfehlt die Selbstzweckhaftigkeit. Die Natur existiert nicht „für" den Menschen. Andere Menschen existieren nicht „für" unsere Zwecke. Die Aufklärung hat alles zu Mitteln gemacht — und sich damit in einen Widerspruch verstrickt: Wofür sind die Mittel Mittel, wenn es keinen Selbstzweck gibt?

Innere Zweckmäßigkeit: Der Organismus ist sich selbst Zweck. Er ist nicht Mittel für etwas anderes, sondern organisiert sich selbst. Jedes Organ dient dem Ganzen, und das Ganze dient jedem Organ — Zweck und Mittel fallen zusammen. Das ist der Übergang zur Idee des Lebens.

Die praktische Konsequenz dieser Unterscheidung: Wo ein Verhältnis so eingerichtet ist, dass Menschen darin nur als Mittel vorkommen, liegt kein moralischer Fehler einzelner vor, sondern eine Struktur der äußeren Zweckmäßigkeit — bei Hegel entwickelt als Verhältnis von abstraktem Recht, Moralität und Sittlichkeit ([[hegel-recht]] (optional)). Die Anerkennung anderer als Selbstzwecke — und was geschieht, wenn eine Ordnung sie systematisch verhindert — entwickeln [[handeln]] (optional) und [[kapitalismus-einfuehrung]] (optional) von zwei Seiten.